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This Woman’s Work: Yukiko Yamaguchi, Panasonic

This Woman's Work - Yukiko Yamaguchi, Panasonic

Berufstätige Frauen erhalten während ihrer Karriere eine Reihe von Ratschlägen und wir lassen uns ständig von Frauen inspirieren, die den Weg ebnen und Verantwortung in einer sich ständig weiterentwickelnden Welt der Technologie übernehmen. Willkommen zur This Woman’s Work, einer Blog-Reihe, in der wir zeigen, wie unterschiedliche Frauen die Tech-Branche sowohl beruflich als auch persönlich voranbringen.

Diesen Monat haben wir mit Yukiko Yamaguchi, CMO bei Panasonic, Connected Solutions gesprochen. 

Zu Beginn, erzählen Sie uns ein wenig über Panasonic. Was hat Ihr Interesse an diesem Unternehmen geweckt? 

Ich habe lange Zeit für globale Unternehmen gearbeitet, aber mein Wunsch war es, für ein inländisches Unternehmen in Japan zu arbeiten, eines mit globalem Business. Außerdem wollte ich für das Business-to-Business (B2B) Marketing verantwortlich sein. Und, obwohl Panasonic weitestgehend als ein Unternehmen der Unterhaltungselektronik gesehen wird, ist ein Großteil der Arbeit und des Geschäfts B2B.

Die Rolle des Marketings – und die Rolle eines CMO – in einem inländischen japanischen Unternehmen unterscheidet sich häufig stark von der in einem globalen Unternehmen. Mein Chef bei Panasonic hat jedoch eine globale Einstellung. Er weiß, wie wichtig Marketing ist und hat bereits daran gearbeitet, das B2B-Geschäft von Panasonic zu verändern. Er wusste, dass er Marketing für diese Transformation brauchte – deshalb habe ich mich für Panasonic entschieden.

Wie ist es, eine Marketingabteilung in einem Land und Geschäftsumfeld zu leiten, in dem Marketing oft so unterschiedlich wahrgenommen wird? Was gefällt Ihnen daran am meisten?

Es ist sicherlich eine Herausforderung, aber es macht Spaß. Ich mag meine Rolle sehr. Ich habe die Möglichkeit, unser Unternehmen zu verändern und Veränderungen zum Besseren voranzutreiben, und das begeistert mich sehr.

Ich glaube, dass die stärksten Unternehmen darauf ausgerichtet sind, sich auf den Kunden zu konzentrieren, und Marketing kann dazu beitragen, diese Ausrichtung innerhalb eines Unternehmens voranzutreiben. Während wir daran gearbeitet haben, uns besser aufeinander abzustimmen und enger mit anderen Abteilungen zusammenzuarbeiten, konnte ich eine Veränderung in der Denkweise, im Verhalten und in der Kultur feststellen. Ich konnte sehen, wie diese Transformation tatsächlich stattfindet. Das ist das Beste daran, CMO zu sein.

Wie motivieren Sie ihr eigenes Team und wie arbeiten Sie mit anderen zusammen? 

Als CMO ist es sehr wichtig, meine Ideen, meine Mission, die Mission des Teams und unsere Strategie zu kommunizieren. Ich konzentriere mich sehr darauf, Meetings abzuhalten und mit meinem Team zu kommunizieren. Ich bemühe mich aber auch, eine Atmosphäre zu schaffen, in der mein Team mich problemlos kontaktieren kann – eine Umgebung, in der Menschen offen kommunizieren möchten.

Wir haben auch Learning Session zum Thema „Der Weg zum Marketer“,  an denen jeder, der sich für Marketing interessiert, teilnehmen kann (manchmal laden wir auch externe Speaker dazu ein). Es ist wichtig, dass jeder versteht, was außerhalb unseres Unternehmens auf dem Markt passiert. Wir bleiben gerne auf dem Laufenden.

Ich glaube, dass jeder Mitarbeiter die Einstellung eines Marketers haben sollte, insbesondere bei Panasonic. In der Vergangenheit konnte man problemlos hochwertige Produkte herstellen und verkaufen. Aber heute müssen wir auf die Bedürfnisse der Kunden hören und Lösungen für ihre Probleme finden. Ihre Bedürfnisse ändern sich, und unser Ansatz muss sich daran anpassen. Wir müssen diese neue Denkweise gemeinsam entwickeln, insbesondere wenn es um unser B2B Business geht. 

Sie haben einige Male die Bedeutung des B2B-Marketings erwähnt. Was ist für Sie an B2B besonders interessant, inspirierend oder motivierend?

B2B-Marketing ist komplex. In den Entscheidungsprozess sind viele Menschen involviert, so dass Kommunikation und Marketing sehr unterschiedlich und sehr kompliziert werden, was die Arbeit aber gleichzeitig auch interessant macht. Auch die Marketingmethoden verändern sich – zumal datenbasiertes Marketing immer mehr in den Fokus rückt. Es ist eine sehr interessante Zeit, in der wir uns befinden.

Es hört sich so an, als ob Sie immer dann, wenn es um eine neue Herausforderung geht, darauf warten, diese anzugehen und Lösungen zu entwickeln. Was waren einige der größten Herausforderungen, denen Sie sich im Laufe Ihrer Karriere gestellt haben? Wie sind Sie damit umgegangen und wie haben Sie diese gelöst?

In meinen Zwanzigern wurde ich persönlich als High-Performer gesehen. Aber als ich Ende zwanzig ins Management wechselte und zum ersten Mal ein Team hatte, war ich ein wirklich schlechter Manager. Ich hatte erwartet, dass alle meine Teammitglieder so viel leisten wie ich, und als sie die Erwartungen nicht erfüllten, nahm ich ihre Arbeit an – was der schlechteste Führungsstil ist. Das Feedback, das ich von meinem Team erhielt, war auch ziemlich schlecht. Also habe ich meine Einstellung geändert. Ich fing an zu denken, zu denken, zu denken, und dann fing ich an zuzuhören, zuzuhören, zuzuhören. Ich habe angefangen, mehr Einzelgespräche mit meinen Teammitgliedern zu führen. Und ich fand heraus, dass jeder mehr anerkannt und respektiert werden wollte. 

Meine Denkweise hat sich nicht unbedingt geändert, aber mein Verhalten hat sich geändert. Ich begann mich zuerst auf das Zuhören zu konzentrieren – das wurde dann mein Führungsstil. 

Welchen zusätzlichen Rat würden Sie anderen jungen Frauen (und Männern) geben, die hoffen, in ihren Unternehmen aufzusteigen?

Bleiben Sie interessiert, neugierig und immer auf dem Laufenden. Suchen und recherchieren Sie und tauchen Sie tief in die Fakten ein. Denken Sie daran, dass es sehr wichtig ist, eine eigene Meinung zu den Vorgängen zu haben. Wenn Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie. Diese Art von proaktiver Haltung ist vor allem für Marketers sehr wichtig. Sie müssen Antworten darauf haben, was auf dem Markt passiert.

Sie müssen aber auch leidenschaftlich sein und daran glauben, was Sie tun, auch wenn Ihre Ideen in Frage gestellt werden. Nutzen Sie Ihre Leidenschaft und Ihr Fachwissen, um Projekte erfolgreich abzuschließen. Und geben Sie nicht auf.

Zu guter Letzt, was machen Sie gerne außerhalb der Arbeit? Wofür begeistern Sie sich, abgesehen von der Welt des Marketings? 

Mein Lieblingshobby ist Tanzen – ich liebe Zumba. Ich arbeite aber auch ehrenamtlich, um Kinder und Familien zu unterstützen, die möglicherweise nicht zur Schule gehen können. In Japan gibt es ungefähr 440.000 Kinder, die nicht zur Schule gehen können, und diese Zahl steigt stetig. Wir brauchen eine Gemeinschaft, die diese Kinder und ihre Eltern unterstützt. Ich arbeite mit einer gemeinnützigen Organisation zusammen, die diese Unterstützung bietet.