Partners

This Woman’s Work: Frederike Probert, Mission Female GmbH

Frederike Probert - Mission Female GmbH

Berufstätige Frauen erhalten während ihrer Karriere eine Reihe von Ratschlägen und wir lassen uns ständig von Frauen inspirieren, die den Weg ebnen und Verantwortung in einer sich ständig weiterentwickelnden Welt der Technologie übernehmen. Willkommen zu „This Woman’s Work“, einer Blog-Reihe, in der wir zeigen, wie unterschiedliche Frauen die Tech-Branche sowohl beruflich als auch persönlich voranbringen.

Diesen Monat haben wir die Gelegenheit mit Frederike Probert, Gründerin und Geschäftsführerin von Mission Female zu sprechen.

Zu Beginn, können Sie uns etwas über Ihren Karriereweg erzählen und was Sie zu Ihrer aktuellen Position geführt hat? 

Ich begann meine Karriere bei großen amerikanischen Konzernen wie AOL, Microsoft und Yahoo! Allerdings habe ich schnell festgestellt, dass die Start-Up Branche besser zu mir passt, was mich dazu veranlasst hat, bei Wunderloop, der ersten DMP in Deutschland, zu arbeiten. Eines meiner Projekte bestand darin, 2012 zusammen mit einigen anderen führenden Ad-Tech Unternehmen RTB auf den deutschen Markt zu bringen (eine Zeit, in der praktisch niemand wusste, was RTB genau ist). Nicht lange danach habe ich mein eigenes Unternehmen, eine Meta-SSP gegründet, die ich später aber verkauft habe. Denn nach 15 Jahren in der Digitalbranche brauchte ich einfach eine kleine Pause und eine Veränderung, was mich schließlich dazu brachte, Mission Female zu gründen.

Das ist ja schon eine ziemlich lange Reise. Können Sie uns mehr darüber erzählen, was Sie dazu inspiriert hat, Mission Female zu starten?

Nachdem ich mein Unternehmen verkauft hatte, kaufte ich mir einen Camper und fuhr ein Jahr lang mit meinem Hund Fiete durch Europa. Während dieser Zeit hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und fragte mich, warum es so wenig Frauen branchenunabhängig in Führungspositionen gibt. Das brachte mich auf die Idee mein Buch “Mission Female: Frauen. Macht. Karriere.” zu schreiben. 

Im Laufe dieses Jahres hatte ich die Gelegenheit, mit vielen tollen Frauen und Männern zu sprechen, und ich erfuhr, dass Frauen unglaublich viel arbeiten, aber leicht in die „Fleißbienchen-Falle“ geraten und sich so sehr in ihren Arbeitsalltag vertiefen, dass sie keine Zeit ins Networking investieren können. Daraus entstand der Gedanke für das professionelle Netzwerk „Mission Female“, das ich 2019 gegründet habe.

Erstaunlich – Sie haben also Ihre neue Leidenschaft entdeckt! Können Sie uns mehr über diese Organisation und Ihre Arbeit dort erzählen?

Das habe ich wirklich! Ich bin mit Passion und Herzblut dabei, um Menschen zusammenzuführen, die zusammen gehören. 

Meine Aufgabe bei Mission Female ist es, großartige, starke Frauen branchenunabhängig deutschlandweit aber auch in Österreich, der Schweiz  regelmäßig zusammenzubringen. Was uns auszeichnet sind unsere physischen Präsenz-Meetings wie Workshops, Dinner, Off-Sites Events, Konferenzen usw. Bisher haben wir 80-100 Events pro Jahr und 70 Mitglieder in unserem Netzwerk. Es macht unglaublich viel Spaß zu sehen, wie Frauen zusammen wachsen und erfolgreicher werden. 

Das klingt als seien Sie sehr viel unterwegs. Wie sieht denn ein typischer Arbeitsalltag für Sie aus?  

Ich bin immer unterwegs! Ein für mich typischer Tag besteht aus viel Eventplanung. Unser Programm bei Mission Female kategorisieren wir in drei Themenbereiche: Persönlichkeitsanalysen,  damit sich Frauen besser einschätzen können und ihre Stärken und Schwächen besser verstehen, sowie Leadership Programme und Veranstaltungen wie Improvisationstraining oder Mimikresonanz-Trainings. 

Ich bin immer auf der Suche nach neuen Eventformaten und Orten für das nächste Dinner, Off-Site oder die nächste Konferenz. Natürlich kümmere ich mich auch um das Member-Management und spreche gerne viel mit der Presse über Female Empowerment, da dies ein sehr heißes Thema ist. 

Ein sehr heißes Thema, in der Tat. Apropos, wer sind einige der Frauen, die Sie während Ihrer Karriere inspiriert und gestärkt haben? Und wer sind Ihre Vorbilder außerhalb der Arbeit?

Ich hatte viele großartige Chefs aus dem Technologiebereich, die mir geholfen haben, meine Ziele zu erreichen – von meiner ersten Chefin bei AOL bis zu meinem Chef bei meinem ersten Start-Up. Ich bin aber auch meinem Mann sehr dankbar, der mich bei allem, was ich tue, unterstützt. Wenn Sie so ein Risikotyp sind wie ich und gerne schnelle Entscheidungen treffen, ist es hilfreich, familiären Rückhalt zu haben.

Sie haben bereits erwähnt, dass Sie ein Buch über all das geschrieben haben – Mission Female: Frauen. Macht. Karriere. Welche Tipps geben Sie Frauen in diesem Buch, damit sie sich in ihrer Karriere stärker ermutigt fühlen?

Frauen müssen klar formulieren, wohin sie wollen und wie sie dorthin wollen und das auch einfordern. Ein Beispiel ist die Gehaltsverhandlung. In der Vergangenheit habe ich in meiner eigenen Firma festgestellt, dass Männer oft nach Gehaltserhöhungen fragen, Frauen sich häufig aber nicht trauen. Meine Aufforderung an Frauen ist daher, einzufordern was sich ihnen zusteht. 

Ein weiterer Tipp ist, ein eigenes Netzwerk aufzubauen – finden Sie Coaches, die Ihnen helfen können, persönliche Situationen neutral zu bewerten.

Das sind wertvolle Tipps! Was steht beim Thema Netzwerk-Ausbau demnächst für Mission Female an? Und wie können interessierte Leserinnen daran teilnehmen? 

Aufgrund von COVID-19 haben wir alle Formate digital umgesetzt, dabei sind aber viele neue Ideen entstanden – Expert Talks, Peer Talks, Personal Change Talks etc. In dieser Zeit konnten wir unser Online-Angebot sogar auf 100 Events pro Jahr ausbauen. Mittlerweile finden unsere Mission Female Events aber wieder persönlich statt, selbstverständlich unter strenger Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. Am 19. November 2020 findet unsere erste Konferenz “Mission Female X-Change” in Hamburg in Kombination mit einem Offsite statt, mit über 50 Top Speakern aus unterschiedlichen Branchen. 

Generell können Frauen über eine Jahres-Mitgliedschaft Teil unseres Netzwerks werden.